Die rot-grün-weißen Boote auf dem Wörlitzer See haben Zuwachs bekommen. Seit 9. Juni 2026 komplettiert die „Luise Schoch“ die historische, in den anhaltischen Landesfarben gehaltene Gondelflotte. Unter den Booten, die alle klangvolle Namen aus dem Hause Askanien sowie von Dichtern und Denkern der Aufklärungszeit tragen, befindet sich auch die „George Christoph Hesekiel“. Der anhaltische Oberbaudirektor lebte von 1732 bis 1818, errichtete den historischen Gasthof „Zum Eichenkranz“ als repräsentatives Entree der Stadt und wurde später dessen erster Eigentümer.
Mit der feierlichen Taufe der „Luise Schoch“ als erste barrierefreie Gondel im Wörlitzer Park setzte die „Kulturstiftung Dessau-Wörlitz“ in Anwesenheit Maik Strömers, dem amtierenden Vorsitzenden der „Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches“, einen wichtigen Meilenstein für mehr Teilhabe im Gartenreich.
„Es geht nicht nur darum, diesen kulturellen Ort erreichen, sondern ihn selbstbestimmt und gleichberechtigt erleben und zudem mitgestalten zu können. Für mich ist die heutige Einweihung ein wertvolles und demonstratives Beispiel gelebter Inklusion und Teilhabesicherung“, betonte der Behindertenbeauftragte der Landesregierung, Dr. Christian Walbrach.
„Gerade im Wörlitzer Park erschließen sich wesentliche Sichtachsen und Landschaftsbilder vom Wasser aus. Mit der neuen Gondel erhalten Menschen mit eingeschränkter Mobilität nun Zugang zu einem zentralen Bestandteil dieses einzigartigen Kultur- und Naturerlebnisses“, ergänzte Dr. Sebastian Putz, Staatssekretär für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt.
Die neue Gondel mit einem Tiefgang von lediglich rund 25 Zentimetern wurde eigens für die besonderen Bedingungen im Wörlitzer Park entwickelt. Sie fügt sich optisch in die historische Gondelflotte ein und ermöglicht gleichzeitig die komfortable Mitnahme von bis zu drei Rollstuhlfahrerinnen oder Rollstuhlfahrern sowie fünf Begleitpersonen. Über eine innenliegende Rampe kann die Gondel stufenlos erreicht werden. Eine eigens errichtete Anlegestelle mit anpassbarem Zugangssteg gewährleistet einen barrierefreien Einstieg auch bei wechselnden Wasserständen.
Barrierefreiheit besitzt im Gartenreich seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert. An verschiedenen Stellen konnten bereits Lösungen für denkmalverträgliche Maßnahmen gefunden werden, die die Zugänglichkeit der Gebäude verbessern. (ah, Fotos: KsDW P. Dafinger/N. Boß)